Sizilien 2017

Vom 20.10 bis zum 30.10.2017 begab sich die Abiturklasse des Gymnasiums Hohenbaden aus Baden-Baden auf eine Reise, die schon im Vorfeld viele neue Erlebnisse und Erkenntnisse im kulturellen Bereich und im sozialen Miteinander versprach.

Voller Vorfreude und Neugierde, trafen wir uns am 20.10.2017 am Bahnhof Baden-Baden, wohlwissend, dass diese Reise wohl eine der letzten Möglichkeiten sein wird, Zeit mit all denjenigen zu verbringen, die uns nun mehr seit acht Jahren durch unseren Schulalltag begleiteten und prägten. Unter der Leitung von Herrn Bode, Herrn Höfele, Frau Heynen-Junker und Frau Pods, die im Vorhinein alles präzise geplant und organisiert hatten, machten wir uns gegen Abend mit dem Bus in Richtung Neapel, unserem ersten Etappenziel, auf den Weg.

Bereits im Vorfeld erhielten wir eine Menge Informationen über die anstehende Reise. So gewährten uns nicht nur zwei Vorbereitungstage im Juli, sondern auch der 170-seitige, eigens von Herr Bode erstellte, Reiseführer einen breit gefächerten Einblick in die Erlebnisse, die uns erwarten würden.
Die Reiseroute, die sich über zwölf Etappenziele erstreckte und uns einmal um Sizilien führte, versprach zwar viele neue Eindrücke, jedoch war uns von Anfang an bewusst, dass es sich hierbei nicht um eine Erholungsreise handeln würde.

sizilien aNach einer 18-stündigen Busfahrt und einer weniger erholsamen Nacht, kamen wir am nächsten Morgen in Neapel an, der Stadt, die man nach Herr Bodes Aussagen „entweder hassen oder lieben“ müsse. Hiermit bezog er sich wohl auf die Tatsache, dass die Stadt einerseits viele schöne Fleckchen besitzt und ebenso ein großes kulturelles als auch kulinarisches Angebot zu bieten hat, dennoch Probleme wie die Müllproblematik oder die hohe Kriminalitätsrate nicht zu übersehen sind. Hiervon ließen wir uns jedoch nicht beirren und tauchten in das bunte, italienische Stadtleben ein, nachdem wir eine interessante Führung durch das Nationalmuseum Neapels bekamen, das eine der bedeutendsten archäologischen Sammlungen, wie zum Beispiel den Farnesischen Stier, beherbergt.

Nach einer Nacht auf der Fähre, kamen wir am nächsten Morgen endlich auf Sizilien an und machten uns auf den Weg zu unserem ersten Tagesziel, Segesta. Besonders in Erinnerung blieb uns hier wohl das antike Theater und der Tempel, die aufgrund ihrer Höhenlage und ihren guten Erhaltungszuständen nicht nur ein wunderschönes Panorama bieten, sondern auch einen detailgetreuen Einblick in die damalige Baukunst geben.

Diese Besichtigung war der Beginn eines wahren „Tempel-Runs“, der uns im Laufe der Reise zu echten Experten werden ließ. So lernten wir den Eckkonflikt kennen, den Aufbau eines Tempels, typische und untypische Säulenordnungen und konnten mit der Zeit im Nu Aussage darüber treffen, wie ein Tempel historisch einzuordnen ist. Nach interessanten Eindrücken im Archäologischen Park in Selinunte, kamen wir abends in der reizenden Stadt Agrigento an.

sizilien8aBei der Erkundung am nächsten Tag kamen wir nicht um das berühmte „Valle dei Templi“, dem Tal der Tempel, herum. Dort machten wir Bekanntschaft mit einer Fülle genialer Architektur, darunter der besterhaltene Tempel Siziliens, der Tempel der Concordia, als auch dem gigantischen Zeustempel. Auch die antike Wohnstadt hat einiges zu bieten, wie zum Beispiel die malerische Kirche Santa Maria dei Greci, die auf einem Athena-Tempel gebaut worden war.

Am vierten Tag unserer Reise besuchten wir die Villa del Casale bei Piazza Armerina, die 1997 von der UNESCO zum Weltkulturerbe  erklärt wurde. Dort besichtigten wir unter anderem einen , überwältigend großen Mosaikteppich in strahlenden Farben mit einer Länge von 65 Metern, auf dem eine große Tierfangaktion für die Spiele in Rom dargestellt wird.  sizilien6a

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Das nächste Tagesziel erreichten wir mit einer kleinen Seilbahn: Die Stadt Taormina. Oben angekommen, machte sich unsere Gruppe auf den Weg zu dem dort ansässigen römischen Theater, das einen märchenhaften Blick auf Sizilien gewährt und schon von Goethe gerühmt wurde. Auch beim anschließenden Bummel durch die Altstadt festigte sich dieser Eindruck, denn in Kombination mit dem milden Klima, der malerischen Landschaft und zahlreicher historischer Sehenswürdigkeiten, bot sich uns ein einzigartiges Ensemble an kulturellen Höhepunkten.

Unsere nächste Station war die berühmte Hafenstadt Syrakus, die uns sofort aufgrund ihres ausgesprochenen mediterranen Flair gefiel. Ein buntes und vitales urbanes Umfeld ging einher mit weiteren interessanten Sehenswürdigkeiten. So nahm der Großteil der Gruppe auch hier wieder am fakultativen Besuchsprogramm teil. Es stand ein beeindruckender Besuch der städtischen Katakomben auf dem Programm. Ein weiterer Höhepunkt der Studienfahrt war der Besuch der Halbinsel Ortygia, die das eigentliche historische Zentrum der Stadt bildet. Hier befand sich der Athena -Tempel, der einer der drei Siegestempel der Schlacht von Himera darstellt.  Nach seiner Zerstörung im 7. Jahrhundert erfolgte der Umbau zu einer beeindruckenden Basilika. Uns bezauberte  hier vor allem die historische und schöne Atmosphäre in den alten Gassen der Stadt. Ein Abendessen mit hinreisendem Meerblick unter freiem Himmel rundete den Tag voller neu gewonnener Eindrücke ab.sizilien4a

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Die Krönung der Reise erwartete uns am folgenden Morgen: Wie immer während der Reise hieß es früh aufzustehen und in diesem Fall auf die Empfehlung unser Lehrer hin, sich besonders warm anzuziehen, denn es galt den Ätna zu erklimmen! Nach dem steilen Anstieg wurden wir mit einem beeindruckenden Ausblick und einer einzigartigen Umgebung belohnt. In einem besonderen Zusammenspiel von Lavagesteinen, Geröll und bizarr anmutenden Gesteinsformationen, bewegten wir uns auf den Höhen des weltberühmten Vulkans. Auch von den Temperaturen her, war es für uns ein Tag der Extremen, da sich während des sich anschließenden Besuchs der Insel Vulcano die Temperaturen hochsommerlich gestalteten. Nach einem erneuten anstrengenden Aufstieg auf den dortigen Vulkan hatten wir die Wahl in den Krater hinabzusteigen, um ihn herum oder den Abend gemütlich am Strand ausklingen zu lassen.

Am nächsten Tag standen die Besuche der Städte Cefalù und Monreale an. In beiden Städten standen wiederum die Besuche der jeweiligen architektonischen Besonderheiten im Mittelpunkt. Bereits der Dom in Cefalù wusste zu beeindrucken, besonders hatten es uns aber die Mosaike im Dom von Monreale angetan, die in hochkünstlerischer Form Abschnitte aus dem Alten Testament und dem Leben Jesu Christi darstellen.

Den letzten Tag vor unserer Rückfahrt verbrachten wir in der belebten Hafenstadt Palermo, dem damaligen Sitz des Stauferkönigs Friedrich II. Der Besuch der dortigen Kathedrale und des Archäologischen Museums bildete den Abschluss des Besuchsprogramms, den restlichen Tag konnten wir auf eigener Faust Palermo erkunden und viele Eindrücke der italienischen Lebensart mitnehmen.

Nach Betreten der Fähre saßen wir noch lange zusammen und hatten hinreichend Gelegenheit die Eindrücke des Tages, sowie die der gesamten Reise im Gespräch Revue passieren zu lassen. Wir kamen am nächsten Tag pünktlich um 6.30 Uhr in Neapel an und stiegen etwas müde, aber glücklich in unseren Bus zur Heimfahrt  ein. Die lange Fahrt wurde aber durch vielfältige Erinnerungen und Anekdoten der gemeinsam verbrachten Zeit begleitet. Erschöpft, jedoch voller neuer Erfahrungen  kamen wir nachts in Baden-Baden an.

Alle waren sich einig: Die Reise war perfekt ausgearbeitet und unsere Lehrer taten alles dafür, dass wir eine abwechslungsreiche, intensive und lehrreiche Zeit miteinander verbringen konnten. Durch diese Reise ist die Gruppe nicht nur stärker zusammengewachsen, sondern es sind auch neue Freundschaften entstanden, sodass alle Teilnehmer die Reise in bester Erinnerung behalten werden.


Von Elena Lorenz und Georgina Souchon